Ohne Monitoring erfährt die IT von Problemen oft erst, wenn Mitarbeitende anrufen, weil etwas nicht mehr funktioniert. Monitoring kehrt dieses Verhältnis um: Messwerte und Zustände werden laufend erfasst, mit Grenzwerten verglichen und bei Abweichungen gemeldet. Viele Störungen lassen sich so beheben, bevor sie jemand bemerkt.
Damit ist Monitoring eine Grundlage für planbaren IT-Betrieb. Ohne Messwerte lässt sich zudem kaum belegen, ob vereinbarte Ziele wie die Verfügbarkeit aus einem Service Level Agreement eingehalten werden.
Wie funktioniert IT-Monitoring?
Ein Monitoring-System fragt Zielsysteme in festen Abständen ab oder empfängt deren Meldungen. Typische Quellen sind Agenten auf Servern und Clients, das Protokoll SNMP für Netzwerkgeräte, Ereignisprotokolle von Betriebssystemen und Anwendungen sowie Prüfungen von außen, etwa ob eine Website erreichbar ist oder ein Zertifikat bald abläuft.
Die erfassten Werte wie Prozessorlast, freier Speicherplatz, Antwortzeiten oder der Status eines Dienstes werden mit Schwellenwerten verglichen. Wird ein Schwellenwert überschritten, löst das System einen Alarm aus, etwa per E-Mail, App-Benachrichtigung oder direkt als Ticket im Service Desk. Verlaufsdaten zeigen zusätzlich Trends, zum Beispiel einen Datenträger, der in einigen Wochen voll sein wird.
Grob unterscheidet man Verfügbarkeitsüberwachung (läuft das System?), Leistungsüberwachung (wie gut läuft es?) und die Auswertung von Ereignissen und Protokollen. Letztere überschneidet sich mit einem SIEM, das jedoch gezielt auf Sicherheitsvorfälle ausgerichtet ist.
Typische Beispiele
- Ein Datenträger am Dateiserver nähert sich der Kapazitätsgrenze und wird erweitert, bevor das Speichern fehlschlägt.
- Die nächtliche Datensicherung meldet einen Fehler, und der Alarm erreicht am Morgen direkt die zuständige Person.
- Das TLS-Zertifikat der Firmenwebsite läuft bald ab und wird rechtzeitig erneuert.
- Die Internetleitung eines Standorts fällt aus, und die Störung wird sofort beim Provider gemeldet.
Worauf Unternehmen achten sollten
- Schwellenwerte bewusst wählen: Zu viele Alarme führen dazu, dass auch wichtige Meldungen übersehen werden.
- Für jeden Alarm festlegen, wer reagiert und in welcher Zeit, auch außerhalb der Bürozeiten.
- Neben Hardware auch Backups, Zertifikate, Lizenzen und Cloud-Dienste einbeziehen.
- Das Monitoring-System selbst überwachen, damit sein Ausfall nicht unbemerkt bleibt.
- Neue Systeme als festen Schritt der Inbetriebnahme ins Monitoring aufnehmen.
Bezug zu TOMORIS
Bei TOMORIS ist die Überwachung von IT-Systemen als GRID.observe ein Baustein des vernetzten IT-Betriebs GRID.
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