Die Aussage, es gebe ein Backup, sagt noch wenig über die Ausfallsicherheit eines Unternehmens. Entscheidend ist, wie viele Daten im Ernstfall verloren gehen dürfen und wie lange ein System stillstehen darf. RPO und RTO übersetzen diese betrieblichen Anforderungen in messbare Ziele für Sicherung, Replikation und Wiederherstellung. Sie sind damit eine Grundlage für Disaster Recovery und Business Continuity Management.
Wie funktionieren RPO und RTO?
- Recovery Point Objective (RPO): Der Blick geht vom Ausfall zurück. Wie alt darf der letzte wiederherstellbare Datenstand höchstens sein? Läuft die Sicherung einmal pro Nacht, können im ungünstigsten Fall fast die Daten eines ganzen Tages fehlen. Das RPO bestimmt also, wie oft gesichert oder ob laufend repliziert werden muss.
- Recovery Time Objective (RTO): Der Blick geht nach vorn. Innerhalb welcher Zeit muss ein System wieder nutzbar sein? Dazu zählen nicht nur die Rücksicherung selbst, sondern auch Erkennen, Entscheiden, Bereitstellen von Hardware und Testen.
Beide Werte werden je System festgelegt, idealerweise auf Basis einer Business-Impact-Analyse. Sie klärt, welche Folgen Ausfall oder Datenverlust für das Geschäft haben. Je kleiner die Werte, desto aufwendiger die Technik, etwa durch häufigere Sicherungen, laufende Replikation oder bereitstehende Ersatzsysteme.
Typische Beispiele
- Für einen Webshop zählt jede Bestellung. Ein kurzes RPO verlangt häufige Sicherungen oder Replikation.
- Für einen Dateiserver kann eine nächtliche Sicherung genügen, wenn der Verlust eines Arbeitstags vertretbar ist.
- Beim E-Mail-System ist eine schnelle Wiederherstellung des Betriebs wichtig. Ältere Nachrichten können in einem zweiten Schritt folgen.
Worauf Unternehmen achten sollten
- Werte gemeinsam mit den Fachbereichen festlegen, nicht allein durch die IT.
- Abhängigkeiten berücksichtigen: Eine Anwendung braucht oft Datenbank, Anmeldedienst und Netzwerk. Deren Wiederherstellung zählt zum RTO.
- Mit Wiederherstellungstests prüfen, ob die Ziele tatsächlich erreichbar sind, und die gemessenen Zeiten dokumentieren.
- Den Ransomware-Fall gesondert betrachten: Ein sauberer Wiederherstellungspunkt kann älter sein, und die Prüfung auf Schadsoftware kostet Zeit.
- Vereinbarte Werte mit Dienstleistern in einem Service Level Agreement festhalten.
Abgrenzung
Im Business Continuity Management gibt es zusätzlich die maximal tolerierbare Ausfallzeit. Sie beschreibt, ab wann ein Ausfall für das Unternehmen nicht mehr hinnehmbar ist. Das RTO muss unter diesem Wert liegen, damit Reserven für Unvorhergesehenes bleiben.
Bezug zu TOMORIS
Im Rahmen von TOMORIS GRID deckt GRID.vault Backup und Recovery ab.
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