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EPSS (Exploit Prediction Scoring System)

EPSS (Exploit Prediction Scoring System) ist ein frei verfügbares Modell des Forums FIRST, das für jede veröffentlichte CVE schätzt, wie wahrscheinlich sie in den nächsten 30 Tagen tatsächlich ausgenutzt wird. Der Wert liegt zwischen 0 und 1 und wird täglich neu berechnet.

25. Oktober 2026EPSSPriorisierungExploitSchwachstellen

Jedes Jahr werden zehntausende CVEs veröffentlicht; die CWE-Auswertung 2025 zählte allein von Juni 2024 bis Juni 2025 über 39.000 neue Einträge. Nachweislich ausgenutzt ist nur ein kleiner Teil: Der KEV-Katalog der CISA umfasste am 25. Oktober 2026 1.756 Lücken. EPSS hilft, gefährliche Kandidaten früh zu erkennen. Getragen wird das Modell von einer Arbeitsgruppe (Special Interest Group) bei FIRST, dem Forum of Incident Response and Security Teams. Die Werte erscheinen täglich, kostenlos und ohne Registrierung, als Datei und über eine Programmierschnittstelle.

Wie funktioniert EPSS?

EPSS ist ein statistisches Modell. Es wertet Merkmale einer Schwachstelle aus, etwa ob Angriffscode veröffentlicht wurde, und verknüpft sie mit Beobachtungen tatsächlicher Ausnutzung. Für jede CVE entstehen zwei Zahlen:

Das Modell wird weiterentwickelt. Die aktuelle Fassung EPSS v5 erscheint seit 15. Juni 2026, Version 4 lief ab März 2025. Weil jeder Versionswechsel die Werte verschiebt, sind Zeitreihen über einen Wechsel hinweg nicht direkt vergleichbar.

EPSS und CVSS

CVSS beschreibt, wie schwer eine Lücke wiegt. EPSS beschreibt, wie wahrscheinlich ein Angriff ist. Laut FIRST messen beide Verschiedenes und hängen empirisch nicht zusammen. FIRST rät ausdrücklich davon ab, den EPSS-Wert mit einem CVSS-Wert zu multiplizieren und das Ergebnis als Risiko zu deuten. Sinnvoller ist eine Matrix: hoher Schweregrad und hohe Wahrscheinlichkeit zuerst, niedriger Schweregrad und geringe Wahrscheinlichkeit zuletzt.

Praxis für KMU und Gemeinden

Viele Schwachstellenscanner zeigen EPSS bereits neben CVSS an. Nutzen Sie den Wert, um eine lange Befundliste zu ordnen, besonders für Systeme, die aus dem Internet erreichbar sind. Lücken aus dem CISA-KEV-Katalog behandeln Sie laut FIRST unabhängig vom EPSS-Wert als aktiv ausgenutzt, also sofort. Legen Sie im Schwachstellenmanagement fest, ab welchem Wert ein Befund in den nächsten Wartungstermin rückt.

Grenzen

Bezug zu TOMORIS

GRID.scout untersucht die vereinbarte Umgebung regelmäßig und bewertet Befunde mit Erreichbarkeit, Auswirkungen und Kontext. So wird aus vielen Einzelwerten eine nachvollziehbare Reihenfolge für GRID.patch.

Quellen

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