Lexikon

Model Context Protocol (MCP)

Model Context Protocol (MCP) ist ein offener Standard, über den KI-Anwendungen einheitlich auf externe Werkzeuge, Datenquellen und Dienste zugreifen, ohne für jede Kombination eine eigene Anbindung zu brauchen.

13. Oktober 2026KISchnittstellenKI-AgentenStandard

Ein Sprachmodell ist nur so nützlich wie die Informationen und Werkzeuge, auf die es zugreifen kann. Bisher brauchte jede KI-Anwendung für jedes Zielsystem, ob Ticketsystem, Dateiablage oder Datenbank, eine eigene Anbindung. Das Model Context Protocol vereinheitlicht diese Verbindung und wird deshalb gern mit einem universellen Steckerstandard verglichen. Die Spezifikation wurde Ende 2024 als offener Standard veröffentlicht und wird inzwischen von zahlreichen KI-Anwendungen und Entwicklungsumgebungen unterstützt.

Wie funktioniert MCP?

MCP folgt einer Client-Server-Architektur:

Server bieten drei Arten von Fähigkeiten an: Tools sind Aktionen, die das Modell auslösen kann, etwa ein Ticket anlegen. Resources liefern Daten und Kontext, etwa Dokumente. Prompts sind vordefinierte Vorlagen für wiederkehrende Aufgaben.

Die Kommunikation läuft über standardisierte JSON-RPC-Nachrichten, lokal über die Standardein- und -ausgabe eines Prozesses oder über das Netzwerk per HTTP. Das Modell entscheidet anhand der Aufgabe, welches Tool es nutzt. Für Tool-Aufrufe empfiehlt die Spezifikation, dass ein Mensch sie bestätigen oder ablehnen kann.

Typische Beispiele

Worauf Unternehmen achten sollten

Abgrenzung

Eine API ist die Schnittstelle eines bestimmten Systems. MCP ist eine einheitliche Schicht für KI-Anwendungen und nutzt im Hintergrund oft genau diese APIs. Ein MCP-Server übersetzt also zwischen KI-Anwendung und vorhandener Schnittstelle.

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