Daten gehen auf vielen Wegen verloren: durch versehentliches Löschen, Hardwaredefekte, fehlerhafte Updates, Diebstahl, Brand oder Ransomware. Eine Sicherung hilft nur, wenn sich aus ihr tatsächlich wiederherstellen lässt. Deshalb werden Backup und Recovery als Einheit betrachtet: Das Backup ist das Mittel, die erfolgreiche Wiederherstellung das eigentliche Ziel.
Viele Unternehmen stellen erst im Ernstfall fest, dass Sicherungen unvollständig sind, seit Wochen fehlschlagen oder sich nur sehr langsam zurückspielen lassen. Ein Backup-Konzept klärt deshalb nicht nur, was gesichert wird, sondern auch, wie schnell und in welcher Reihenfolge Daten und Systeme zurückkommen müssen.
Wie funktionieren Backup und Recovery?
Backup-Software kopiert Daten in festgelegten Abständen auf einen getrennten Speicher. Üblich sind mehrere Verfahren:
- Vollsicherung: Alle ausgewählten Daten werden kopiert. Die Wiederherstellung ist einfach, die Sicherung braucht aber viel Zeit und Speicherplatz.
- Inkrementelle Sicherung: Nur die Änderungen seit der letzten Sicherung werden kopiert. Das spart Platz, für die Wiederherstellung wird jedoch die Kette der Sicherungen seit der letzten Vollsicherung benötigt.
- Differenzielle Sicherung: Gesichert werden alle Änderungen seit der letzten Vollsicherung.
- Image-Sicherung: Ein ganzes System samt Betriebssystem und Konfiguration wird erfasst und kann als Ganzes zurückgespielt werden.
Wie oft gesichert wird und wie lange die Wiederherstellung dauern darf, legen RPO und RTO fest. Wo die Kopien liegen sollten, beschreibt die 3-2-1-Backup-Regel. Recovery reicht von der einzelnen Datei bis zum Wiederanlauf ganzer Umgebungen, siehe Disaster Recovery.
Typische Beispiele
- Eine überschriebene Kalkulation wird in der Version vom Vortag zurückgeholt.
- Ein defekter Server wird aus einer Image-Sicherung auf Ersatzhardware oder als virtuelle Maschine wiederhergestellt.
- Nach einem Ransomware-Angriff werden Systeme in einer bereinigten Umgebung aus Sicherungen neu aufgebaut, die Angreifende nicht verändern konnten.
- Postfächer und Dateien aus Cloud-Diensten wie Microsoft 365 werden zusätzlich gesichert, weil Papierkorb und Aufbewahrungsfunktionen eine eigenständige Sicherung nicht in jedem Fall ersetzen.
Worauf Unternehmen achten sollten
- Den Sicherungsumfang festlegen und bei neuen Systemen und Cloud-Diensten nachziehen.
- Sicherungen vom Produktivnetz trennen, mit eigenen Zugangsdaten und mindestens einer Kopie, die offline oder als Immutable Backup vor Veränderung geschützt ist.
- Wiederherstellungen regelmäßig testen und dabei die tatsächliche Dauer messen.
- Sicherungsjobs überwachen und für Fehlermeldungen eine zuständige Person benennen.
- Sicherungen verschlüsseln und die Schlüssel getrennt davon aufbewahren.
Abgrenzung
Ein Backup dient der Wiederherstellung nach Verlust oder Beschädigung, ältere Stände werden nach festgelegter Zeit überschrieben. Eine Archivierung bewahrt Daten dagegen langfristig, unveränderbar und durchsuchbar auf, etwa um Aufbewahrungspflichten zu erfüllen. RAID und Synchronisation sind kein Backup, weil sie Löschungen und Verschlüsselungen sofort übernehmen.
Bezug zu TOMORIS
Backup und Recovery deckt im vernetzten IT-Betrieb von TOMORIS der Baustein GRID.vault ab.
Backup und Wiederanlauf mit GRID ansehen