Ein Patch ist eine Korrektur für Software. Er schließt Sicherheitslücken, behebt Fehler oder bringt neue Funktionen. Patch-Management sorgt dafür, dass diese Updates nicht zufällig, sondern geregelt und nachvollziehbar auf allen Systemen ankommen. Das ist eine der grundlegendsten Maßnahmen der IT-Sicherheit, denn viele Angriffe nutzen bekannte Lücken aus, für die bereits ein Update verfügbar wäre.
Wie funktioniert Patch-Management?
Ein typischer Ablauf umfasst fünf Schritte:
- Übersicht: Welche Systeme, Betriebssysteme und Anwendungen gibt es, und welchen Versionsstand haben sie?
- Bewertung: Neue Updates werden gesichtet und nach Dringlichkeit eingestuft. Sicherheitskritische Updates werden bevorzugt behandelt.
- Test: Updates werden zunächst auf einer kleinen Gruppe von Testsystemen oder bei Pilotanwenderinnen und Pilotanwendern ausgerollt.
- Verteilung: Danach folgt die schrittweise Verteilung auf alle Systeme, häufig in festen Wartungsfenstern.
- Kontrolle: Berichte zeigen, wo Updates fehlgeschlagen sind oder noch ausstehen.
Microsoft veröffentlicht reguläre Sicherheitsupdates für Windows und Office in der Regel am zweiten Dienstag jedes Monats, dem sogenannten Patch Tuesday. Andere Hersteller haben eigene Rhythmen, kritische Lücken werden oft auch außerplanmäßig geschlossen.
Dazu kommen Fragen des laufenden Betriebs: Neustarts müssen geplant, Mitarbeitende informiert und auch Geräte erreicht werden, die selten im Firmennetz sind, etwa Laptops im Außendienst. Moderne Verwaltungswerkzeuge verteilen Updates deshalb direkt über das Internet.
Typische Beispiele
- Monatliche Windows-Updates für Arbeitsplätze, gesteuert über eine zentrale Verwaltung wie Microsoft Intune.
- Updates für Drittanbieter-Software wie Browser, PDF-Programme oder Videokonferenz-Clients.
- Firmware-Updates für Firewalls, Switches, Drucker und Speichersysteme.
- Ein Notfall-Update für einen aus dem Internet erreichbaren Server, nachdem eine aktiv ausgenutzte Lücke bekannt wurde.
Worauf Unternehmen achten sollten
- Nicht nur Betriebssysteme, sondern auch Anwendungen und Netzwerkgeräte einbeziehen.
- Fristen nach Kritikalität festlegen und für Notfälle einen beschleunigten Ablauf vorsehen.
- Vor größeren Updates Sicherungen anlegen, um bei Problemen zurückkehren zu können, siehe Backup und Recovery.
- Systeme ohne Herstellerunterstützung erkennen und ersetzen oder vom übrigen Netz abschotten.
- Patch-Management mit dem Schwachstellenmanagement abstimmen, damit Prioritäten auf echten Risiken beruhen.
Abgrenzung
Schwachstellenmanagement findet und bewertet Sicherheitslücken, Patch-Management ist der wichtigste Weg, sie zu schließen. Nicht jede Schwachstelle lässt sich jedoch per Update beheben, manche erfordern Änderungen an der Konfiguration.
Bezug zu TOMORIS
Im vernetzten IT-Betrieb von TOMORIS übernimmt der Baustein GRID.patch das Update-Management.
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