In vielen Büros ist das WLAN heute der wichtigste Zugang zum Netzwerk. Notebooks, Smartphones, Drucker, Besprechungsraumtechnik und zunehmend auch Sensoren der Gebäudetechnik verbinden sich kabellos. Ein Unternehmens-WLAN unterscheidet sich von einem Heimnetz weniger durch die Funktechnik als durch Planung, zentrale Verwaltung und ein durchdachtes Sicherheitskonzept.
Ist das Funknetz überlastet oder fällt es aus, stocken Telefonie, Videokonferenzen und Cloud-Anwendungen. Ein schlecht abgesichertes WLAN ist zudem ein bequemer Einstiegspunkt in das interne Netz, weil es über die Gebäudegrenzen hinaus reicht.
Wie ein Unternehmens-WLAN aufgebaut ist
Mehrere Access Points werden so verteilt, dass sich ihre Funkzellen überlappen. Geräte wechseln dadurch beim Gang durch das Gebäude ohne Unterbrechung von einem Access Point zum nächsten (Roaming). Verwaltet werden die Access Points zentral über einen Controller, der als eigenes Gerät, als Software oder als Cloud-Dienst bereitsteht. Er verteilt Konfigurationen, stimmt Kanäle und Sendeleistung ab und meldet Störungen.
Firmengeräte melden sich üblicherweise über WPA2- oder WPA3-Enterprise an. Statt eines gemeinsamen Passworts authentifiziert sich jedes Gerät oder jede Person einzeln nach dem Standard 802.1X gegenüber einem RADIUS-Server, häufig mit Gerätezertifikaten, die etwa über Microsoft Intune verteilt werden. Getrennte Funknetze (SSIDs) und VLANs halten Firmengeräte, Gäste und Geräte wie Drucker oder Kameras auseinander, ein Grundprinzip der Netzwerksegmentierung.
Typische Beispiele
- Besprechungsräume, in denen viele Personen gleichzeitig an Videokonferenzen teilnehmen und die deshalb nach Kapazität statt nur nach Fläche geplant werden.
- Ein Gäste-WLAN mit Anmeldeseite oder Tagescodes, das nur ins Internet führt und keinen Zugriff auf interne Systeme erlaubt.
- Lager und Produktionshallen mit Handscannern, in denen Regale, Metall und Maschinen die Funkausbreitung stark beeinflussen.
- Mehrere Filialen, die einheitlich aus einer zentralen Verwaltung konfiguriert und überwacht werden.
Worauf Unternehmen achten sollten
- Vor der Installation eine Funkausleuchtung (Site Survey) oder zumindest eine Planung anhand des Grundrisses durchführen, weil Wände, Glas und Metall die Reichweite deutlich verändern.
- Firmengeräte einzeln über 802.1X anmelden statt über ein gemeinsames Passwort, damit ein gesperrtes Konto oder ein widerrufenes Zertifikat keinen Zugang mehr erhält.
- Gäste, Firmengeräte und IoT-Geräte konsequent in getrennte Netze legen.
- Die Firmware der Access Points aktuell halten und das WLAN in das IT-Monitoring aufnehmen.
- Kapazitätsreserven für zusätzliche Geräte und neuere Standards wie Wi-Fi 6E oder Wi-Fi 7 einplanen.