Der Begriff stammt aus dem Bauwesen, wo eine Brandschutzwand die Ausbreitung von Feuer verhindert. In der IT trennt eine Firewall Bereiche mit unterschiedlichem Vertrauen, typischerweise das interne Firmennetz vom Internet. Sie entscheidet für jede Verbindung, ob diese passieren darf.
Firewalls gibt es als eigene Geräte am Internetanschluss, als virtuelle Systeme in Rechenzentren und Cloud-Umgebungen sowie als Software direkt auf Arbeitsplätzen und Servern, etwa die in Windows integrierte Firewall.
Wie funktioniert eine Firewall?
Grundlage sind Regeln, die festlegen, welcher Verkehr von welcher Quelle zu welchem Ziel über welchen Dienst erlaubt ist. Bewährt hat sich der Grundsatz, alles zu blockieren, was nicht ausdrücklich erlaubt ist.
Die Technik hat sich über mehrere Stufen entwickelt:
- Paketfilter prüfen Adressen und Ports einzelner Datenpakete.
- Zustandsorientierte Firewalls (Stateful Inspection) merken sich bestehende Verbindungen und lassen nur dazu passende Antworten zurück.
- Next-Generation Firewalls erkennen zusätzlich Anwendungen und Benutzer, können verschlüsselten Verkehr unter bestimmten Voraussetzungen prüfen und enthalten oft Funktionen zur Angriffserkennung, Webfilterung und für VPN-Zugänge.
Eine Web Application Firewall (WAF) ist auf den Schutz von Webanwendungen spezialisiert und prüft Anfragen an Websites und Portale.
Typische Beispiele
- Am Firmenstandort trennt die Firewall Büronetz, Gäste-WLAN, Server und Produktionsanlagen voneinander, siehe Netzwerksegmentierung.
- Mitarbeitende im Homeoffice verbinden sich über ein VPN, das an der Firewall endet.
- Ein Webshop ist nur über die nötigen Ports erreichbar, alle anderen Zugriffe werden blockiert.
- Die Firewall auf dem Laptop verhindert, dass in einem fremden WLAN Dienste des Geräts von außen erreichbar sind.
Worauf Unternehmen achten sollten
- Regelwerke dokumentieren und regelmäßig bereinigen, denn alte oder zu weit gefasste Regeln sind ein häufiges Risiko.
- Firmware und Sicherheitsfunktionen aktuell halten, da Firewalls aus dem Internet erreichbar und damit selbst ein lohnendes Angriffsziel sind, siehe Patch-Management.
- Verwaltungszugänge nur aus dem internen Netz und mit Multi-Faktor-Authentifizierung erlauben.
- Protokolle auswerten oder an ein zentrales System weiterleiten.
- Die Firewall als einen Baustein unter mehreren sehen: Allein schützt sie weder vor Phishing noch vor gestohlenen Zugangsdaten.