In einem Gebäude arbeiten viele technische Anlagen nebeneinander: Beleuchtung, Sonnenschutz, Heizung, Lüftung, Kühlung, Zutritt und zunehmend auch Photovoltaik oder Ladestationen. Ohne Automation regelt jedes dieser Gewerke für sich. Gebäudeautomation führt sie zusammen, sodass etwa die Beschattung bei starker Sonne herunterfährt, bevor die Kühlung anspringt, oder Räume außerhalb der Nutzungszeiten nicht voll beheizt werden.
Damit beeinflusst Gebäudeautomation über viele Jahre Komfort, Energieverbrauch und Betriebsaufwand eines Gebäudes. Die übergeordnete Bedien- und Überwachungsebene wird oft als Gebäudeleittechnik (GLT) oder Building Management System (BMS) bezeichnet.
Wie Gebäudeautomation aufgebaut ist
Fachlich wird Gebäudeautomation meist in drei Ebenen beschrieben:
- Feldebene: Sensoren messen Temperatur, Helligkeit, Präsenz, Wind oder Verbrauch. Aktoren schalten Licht, fahren Jalousien oder öffnen Ventile.
- Automationsebene: Steuerungen verarbeiten die Messwerte nach festgelegten Regeln, Zeitplänen und Szenen.
- Managementebene: Visualisierung, Bedienung, Alarmierung und Auswertung für Betrieb und Nutzende, am Panel, im Browser oder per App.
Die Komponenten kommunizieren über Bussysteme und Protokolle. Verbreitet sind herstellerübergreifende Standards wie KNX, BACnet, Modbus, DALI für Beleuchtung oder EnOcean für Funk, daneben herstellereigene Systeme wie Loxone.
Typische Beispiele
- Präsenzmelder schalten Licht und Lüftung in Besprechungsräumen nur bei Belegung.
- Die Beschattung reagiert auf Sonnenstand und Wind und fährt bei Sturm in eine sichere Position.
- Heizung und Kühlung folgen Nutzungszeiten statt einem Dauerbetrieb.
- Verbräuche werden gemessen und sichtbar gemacht, selbst erzeugter Strom wird bevorzugt für steuerbare Verbraucher genutzt.
- Eine Störung der Lüftungsanlage löst automatisch eine Meldung an die Haustechnik aus.
Worauf Unternehmen achten sollten
- Anforderungen vor Technik: klären, welche Funktionen gebraucht werden, wer was bedient und welche manuellen Eingriffe möglich bleiben.
- Zuständigkeiten abgrenzen: Planung, Programmierung, Hardware, Inbetriebnahme, Wartung sowie Elektro- und Haustechnikarbeiten liegen oft bei verschiedenen Fachbetrieben und werden je Projekt festgelegt.
- Offenheit prüfen: Dokumentierte Schnittstellen und Standards erleichtern spätere Erweiterungen und einen Wechsel des Dienstleisters.
- Sicherheit mitplanen: Gebäudetechnik gehört zur OT-Security. Sie sollte vom Büronetz getrennt und Fernzugänge sollten abgesichert werden.
- Übergabe sichern: Programmierung, Adressen und Zugangsdaten werden nach der Inbetriebnahme vollständig dokumentiert an den Betreiber übergeben.
Abgrenzung
Smart Home bezeichnet meist die Automation von Wohnungen und Einfamilienhäusern, oft mit nachrüstbaren Einzelprodukten. Gebäudeautomation im engeren Sinn wird gemeinsam mit der technischen Gebäudeausrüstung geplant und umfasst mehr Gewerke. Das Smart Office ist ein Anwendungsfall, der Gebäudeautomation mit digitalen Arbeitsabläufen verbindet.
Bezug zu TOMORIS
TOMORIS NEXT beschreibt mögliche Anwendungsszenarien auf der Seite Gebäudeautomation. Elektro- und Haustechnikarbeiten erfolgen dabei durch die verantwortlichen Fachbetriebe.
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